Miss Vera auf Reisen

borobudur mal zwei

es ist ergreifend, so friedlich, ja, spirituell möchte man fast sagen, wenn es nicht so furchtbar esoterisch klänge. goldgelb leuchten die hindu-buddhistischen reliefs in der morgensonne, an jeder ecke meditiert eine andere buddhastatue. und diese stille, sie erscheint so unwirklich in einem dauerbeschallten land wie indonesien, wo handyklingeltöne, fernsehkitsch und gehupe die geräuschkulisse bestimmen. nur um 6.36 uhr, wenn die touristenhorden noch nicht mit ihren digicams und lonelyplanets durch die tempelanlage trampeln, nur in aller herrgottsfrühe ist borobudur ein magischer ort.
denn schon wenige minuten später ist er seines zaubers beraubt und nicht mehr als einer jener must-have-seen-places auf der touristischen landkarte indonesiens.
stille ist wertvoll in indonesien - im wahrsten sinne des wortes. betuchtere morgenmuffel sehen sich das weltkulturerbe direkt vom schlafzimmer aus an. sie logieren in einem zweiten borobudur, einem luxushotel, dezent versteckt zwischen bananenhainen und reisfeldern, das dem original architektonisch nachempfunden ist. bei zimmerpreisen zwischen 650 und 2600 US-$ ist es ein exklusiver ort, gemacht für die reichen und schönen der internationalen high society.
wir normalsterblichen leisten uns einen cafe, bestaunen die versilberte decke, freuen uns über den jasminblütenduft in den toiletten - und sind letztlich froh, indonesien nicht so realitätsfern zu erleben.

20.6.07 14:24

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


rune (24.6.07 11:14)
schön........... deine fotos sind der wahnsinn!

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